

Hallo, ich bin Clarissa Chiossi.
Seit Mai 2023 bin ich infolge von Covid sehr schwer an ME/(CFS) erkrankt.
Die Krankheit hat mir fast alles genommen – mein komplettes, selbstbestimmtes Leben in meiner Wahlheimat Berlin. Meine Arbeit, Wohnung, Selbstständigkeit, meine Gehfähigkeit, immer wieder auch die Fähigkeit zu sprechen und vieles mehr.
Seit März 2025 bin ich komplett bettlägerig, habe den Pflegegrad 4 und bin rundum auf Hilfe angewiesen.
Seit September 2023 lebe ich in Süddeutschland; meine Mutter übernimmt meine Pflege.
Ich möchte der Erkrankung ein Gesicht geben und über sie aufklären.












Ein Beitrag vom SWR über mich:
Persönliche Texte:
Eckdaten zu meinem Leben vor ME/(CFS):
*1983 in Bonn.
Aufgewachsen in NRW und Baden Württemberg.
Nach dem Abi: Studium der Soziologie in München.
Nach dem Vordiplom: Studium der Humanmedizin in Pécs/Ungarn, München, Würzburg, Ferrara/Italien.
2012 – 2023: Wahlheimat Berlin, zuletzt gearbeitet in Potsdam.
2014: promoviert zur Dr. med. Clarissa Chiossi.
Seit 2019: Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Meine größten Freuden: Mein Leben in Berlin und Brandenburg, genau so, wie es war; inklusive Wohnung und Arbeit. Freunschaften. Regelmäßige Besuche von Familie und Freund*innen in Süddeutschland. Radfahren, gerne lange Radtouren. Wandern, v.a. in den Alpen. Italien. Zen-Praxis. Kulinarik.








Wieso ich mich als sehr schwer Betroffene für Aufklärung einsetze:
In erster Linie, weil es mir möglich ist: viele Betroffene sind gar nicht in der Lage dazu und ich bin es phasenweise und war es lange Zeit auch nicht auch nicht.
Weil ich empört bin über die jahrzehntelange staatliche Verletzung der Führsorgepflicht uns Betroffenen gegenüber. Und, weil ich im besten Fall etwas beitragen und vorantreiben möchte.
Ich möchte der Erkrankung ein Gesicht geben.
Myalgische Enzephalomyelitis ist eine schwere neuroimmunologische Multisystemerkrankung. Es gibt keine andere Erkrankung, die so häufig und schwer, gleichzeitig so unbekannt und unerforscht ist, und zudem so oft missverstanden wird.
Ich selbst habe weder im Rahmen meines Medizinstudiums, noch während meiner Fachärztinnenausbildung auch nur ein Wort über die Erkrankung gehört.
Der Umgang mit ME/(CFS) ist der größte Medizinskandal des 21. Jahrhunderts, titelte 2024 der 'Guardian'.
Genau so ist es und dran hat sich bis heute auch nichts geändert.
Es gibt nach wie vor keine großflächige, staatlich geförderte Aufklärungskampagne.
Und das, obwohl die Erkrankung seit 1969 von der WHO als neurologische Erkrankung klassifiziert wird, ME/(CFS) die Erkrankung mit der niedrigsten Lebensqualität überhaupt ist, und die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) immer mehr Anfragen von Betroffenen und deren Angehörigen bekommt, die ihr Leiden durch einen begleiteten Freitod beenden möchten.
Der humanistische Pressedienst spricht von einer humanitären Katastrophe.
Wir sind viele. Allein in Deutschland gibt es ~ 650.000 Betroffene, weltweit sind es rund 65 Millionen.
Ich bin eine davon; ich gehöre zu den sehr schwer, aber nicht schwerst Betroffenen.
Soweit es meine Erkrankung zwischendurch immer wieder erlaubt, setze ich mich für Aufklärung ein!
"Empörung - nicht um der Empörung Willen, sondern um eine Energie freizusetzen, die ansteckt und etwas bewirkt."
Sinngemäß: Luisa Neubauer, 2026
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Illertal | 2026
©️ Clarissa Chiossi - Betroffene und krankheitsbedingt berentete Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Illustrationen: designed by MH Creation House - magnific.com Hoster: hostinger.com

